Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA)

Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) sind ein wichtiges Element des vorbeugenden Brandschutzes. Dies setzt allerdings voraus, dass die Anlage im Ernstfall einwandfrei funktioniert. Werden Evakuierungs- und Löscharbeiten durch defekte, nur mangelhaft instand gehaltene Entrauchungseinrichtungen behindert, sind Menschenleben in Gefahr.

Was sind RWA – Anlagen?

Eine RWA-Anlage besteht aus einzelnen Rauch- und Wärmeabzugsgeräten (RWG), die sich im Brandfall automatisch und/oder manuell öffnen lassen und so Abzugsöffnungen für Rauch- und Brandgase im Dach freigeben.

Zur weiteren ordnungsgemäßen Funktion einer RWA-Anlage gehören ferner Branderkennungselemente, Bestätigungs- bzw. Auslösevorrichtungen, Öffnungsaggregate, Energiezuleitungen und – bei größeren Räumen – Rauchschürzen zur Unterteilung der Fläche unter dem Dach in Abschnitte.

Für Treppenräume sind Rauchabzüge in allen Bundesländern durch die Landesbauordnung vorgeschrieben. Auslösestellen sind im Erdgeschoss, auf dem obersten Treppenabsatz bzw. in jedem dritten Geschoss anzuordnen. Rauchabzugsanlagen können dabei auf Flachdächern in Form von Lichtkuppeln oder Lichtbändern sein.

Gesetzliche Grundlagen

Zum Schutz von Menschenleben und zur Erhaltung von Sach- und Gebäudewerten sind Rauch- und Wärmeabzugsanlagen unverzichtbare Bestandteile einer verantwortungsvollen Brandschutz- Strategie.

  • Die Landesbauordnung (LBO) verlangt Rauchabzüge für Treppenräume in allen Gebäuden ab einer bestimmten Höhe. Im Regelfall sind Rauchabzüge bei solchen Gebäuden verlangt, in denen sich in einer oder mehreren Etagen in mehr als 7 m Höhe über dem Gelände, Personen aufhalten können und für Versammlungsstätten. Außerdem schreibt sie für Anlagen besonderer Art und / oder Nutzung für den Einzelfall gesonderte Maßnahmen vor, zu denen auch der Einbau von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen gehören kann.
  • DIN 18 232 behandelt den baulichen Brandschutz für die Anwendung und Bemessung von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen im Industriebau, gibt Hinweise für den sachgerechten Einbau und legt Prüfverfahren für Abzugsgeräte fest. Sie stellt den anerkannten Stand der Technik dar.
  • VdS – Richtlinie Form 2098 beinhaltet weitergehende Empfehlungen für Planung und Einbau von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen und enthält zusätzliche Anforderungen aus versicherungstechnischer Sicht. Sie fordert Rauch- und Wärmeabzugsanlagen für alle eingeschossigen gewerblichen Gebäude und für mehrgeschossige Gebäude, bei denen die Decke gleichzeitig die Dachkonstruktion darstellt. Die Einhaltung dieser Richtlinie ist Voraussetzung für die Berücksichtigung von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen bei der Rabattierung der Feuerversicherungsprämie.

Fachunternehmen stellen sicher, dass Rauch- und Wärmeabzugsanlagen korrekt ausgelegt und sachgerecht eingebaut werden. Regelmäßige Prüfung, Wartung sind erforderlich

Mindestens einmal im Jahr muss ein anerkannter Fachbetrieb die Anlage prüfen, warten und gegebenenfalls instand setzen, damit sie im Ernstfall zuverlässig und sicher einsatzbereit ist.

Aufgabe der RWA- Anlagen

In einem geschlossenen Raum steigen Rauch und heiße Brandgase über der vom Brand erfassten Fläche durch die Thermik bis zum Dach bzw. bis zur Decke auf, breiten sich dort aus und füllen den gesamten Raum.
Durch ausreichend Abluft- und Zugluftöffnungen sowie durch eine Unterteilung des Dachraumes durch Rauch- und Wärmeschürzen in Dachabschnitte wird erreicht, dass die Schicht von Rauch und heißen Brandgasen ein bestimmtes Maß nicht überschreitet.

RWA ́s ermöglichen oder erleichtern daher im Brandfall:

– die Sicherung der Fluchtwege
– den schnellen und gezielten Löschangriff der Feuerwehr
– den Schutz der Gebäudekonstruktion, der Einrichtung und des Inhalts
– die Reduzierung der Brandfolgeschäden durch thermische Zersetzungsprodukte.

Voraussetzung für die Wirkung der RWA ist jedoch, dass sich die Rauch- und Wärmeabzugsgeräte in dem vom Brand betroffenen Dachabschnitt frühzeitig öffnen.

Wie wird gewartet?

Die Wartung umfasst die Pflege und Überprüfung aller Komponenten einer RWA, also der Grundgeräte wie Lichtkuppeln, Dunkelklappen, Jalousien, Doppelklappen, Lichtbandklappen oder Fensterflügel, der Öffnungsmechanismen und Steuerleitungen sowie der Bedien- und Auslösegeräte.

Materialien wie Kohlendioxidpatronen (CO2-Patronen oder -Flaschen) werden später gegen neue Originalteile ausgetauscht. Beim Austausch von Verbrauchs- oder Ersatzteilen wird generell darauf geachtet, dass das ordnungsgemäße und störungsfreie Zusammenwirken der Anlagenteile (Systemkompatibilität) sichergestellt ist. Daher dürfen nur Verbrauchs- oder Ersatzteile mit entsprechender Anerkennung oder Originalteile verwendet werden.

Anschließend wird jedes Gerät der Anlage einer Sichtkontrolle auf eventuelle Beschädigungen und Beeinträchtigung seiner Funktion unterzogen. Besonderes Augenmerk gilt der zuverlässigen Funktion der Öffnungszylinder bzw. der Scharniere, die durch Korrosion, Schmutz oder aggressive Industrieatmosphäre schwergängig oder sogar funktionsunfähig werden können.

Nur eine fachgerecht instand gehaltene RWA rettet Menschenleben! Wer die Vorgaben nicht beachtet, kann den Versicherungsschutz verlieren und im Schadenfall haftbar gemacht werden.

Gerne beraten wir Sie bei Ihren fragen und Vorhaben oder erstellen Ihnen ein individuelles Angebot zu Ihrem Objekt.

Ansprechpartner für Rauch- und Wärmeabzugsanlagen

Kim Tiemann
Wolfsberg 5
31832 Springe
0173-6205440
tiemann@meldertech.de

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